Spitzenreiter bei Fehllizenzierungen


Umfrage zeigt Probleme beim Softwareeinkauf: Überlizenzierung oder eine rechtsverletzende Unterlizenzierung vermeiden
In ganz Europa gibt es gemäß der Umfrage zwei wichtige Gründe, sich mit Lizenzmanagement zu beschäftigen: Kosteneffizienz und Compliance


(25.01.11) - Deutsche Unternehmen müssen dringend bei ihren Softwarelizenzen nachbessern. Etwa 90 Prozent haben sowohl zu viele als auch zu wenige Nutzungsrechte für die eingesetzte Software eingekauft. Damit ist Deutschland europaweit Spitzenreiter bei Fehllizenzierungen.

Für die Unternehmen ergeben sich daraus durchaus konkrete Probleme: Zu viele Lizenzen kosten unnötig Geld, während zu wenige Lizenzen rechtliche Probleme nach sich ziehen können. Gleichzeitig zeigen die Unternehmen aber das Bemühen, diese Missstände zu beheben: 75 Prozent der IT-Abteilungen beschäftigen sich mit Lizenzmanagement, 20 Prozent haben bereits Projekte durchgeführt, um ihre falsche Lizenzierung in Griff zu bekommen. Im europäischen Vergleich steht Deutschland damit recht gut da. Dies ergab eine Umfrage von Insight Technology bei den Software Asset Management-Beratern in Europa.

"Unzureichende interne Transparenz, aber auch mangelndes Wissen über die korrekte Lizenzierung sorgen dafür, dass in ganz Europa ein großer Teil der Unternehmen seine Software falsch lizenziert", sagt Bernhard Schweitzer, Manager Professional Services bei Insight. "Die Ergebnisse dieser Studie verdeutlichen, wie wichtig ein durchgängiges, zielgerichtetes Lizenzmanagement ist. Denn nur ein professionell durchgeführtes Projekt, am besten durch einen in diesem Bereich erfahrenen Partner, kann eine kostspielige Überlizenzierung oder eine rechtsverletzende Unterlizenzierung vermeiden."

Kein Unternehmen möchte sich der Gefahr einer Schadenersatzklage aussetzen – und erst recht nicht für Leistungen bezahlen, die es gar nicht benötigt. Doch wie ernst nehmen die Unternehmen in Europa das Thema und nutzen ein umfassendes Lizenzmanagement?

Insight Technology hat dazu ihre Software Asset Management-Berater befragt. Anschließend wurden die Ergebnisse für folgende Regionen ausgewertet: Skandinavien, Frankreich, Italien, Deutschland, Österreich, Großbritannien, Spanien, Schweiz, Benelux-Staaten und Russland.

Obwohl viele Regionen hohe Werte für Über- und/oder Unterlizenzierung aufweisen, versuchen die meisten Unternehmen, die Lizenzempfehlungen der Hersteller oder Systemhäuser einzuhalten. In Skandinavien, den deutschsprachigen Ländern und Russland liegen die Werte bei 80 Prozent oder höher. Dies zeigt, dass die Unternehmen zwar gewillt sind, korrekt zu lizenzieren, aber aufgrund mangelnder Transparenz der eingesetzten Software oder komplexer Lizenzierungsbedingungen dazu nicht in der Lage sind. Die große Ausnahme stellt auch hier der Süden dar, mit Italien (10 Prozent) und Spanien (unter 1 Prozent).

In ganz Europa gibt es gemäß der Umfrage zwei wichtige Gründe, sich mit Lizenzmanagement zu beschäftigen: Kosteneffizienz und Compliance. Diese werden in unterschiedlicher Häufigkeit, je nach Rechtslage in den einzelnen Ländern, genannt. Doch während sich in den Benelux-Staaten 95 Prozent der Unternehmen bereits aktiv um Lizenzmanagement gekümmert haben, sind es in Deutschland 75 Prozent, in Großbritannien 50, in Skandinavien 35, in der Schweiz 25, in Österreich 20, in Frankreich 2 sowie in Russland, Italien und Spanien etwa 1 Prozent. Die Benelux-Staaten stehen auch auf Platz eins bezüglich der konkreten Projekte, die Insight-Kunden bereits durchgeführt haben. Der Anteil liegt bei 35 Prozent der Unternehmen, gefolgt von Skandinavien und Deutschland mit jeweils 20 Prozent.

"Für viele unserer Kunden ist die Sicherstellung der korrekten Lizenzierung von großer Bedeutung. Mit transparenten Lizenzprogrammen wie dem Enterprise Agreement versuchen wir diesen Prozess für unsere Kunden zu vereinfachen", sagt Claudia Fischer, Licensing Strategy Manager bei Microsoft.

Softwarelizenzen verschiedener Anbieter stellen ein extrem komplexes Umfeld dar, in dem sich viele Unternehmen nur sehr schwer zurechtfinden. Ein spezialisierter Dienstleister kann dieses fehlende Know-how bereitstellen und dafür sorgen, dass der Prozess effizienter funktioniert. Allerdings muss er dabei sowohl eine den Anforderungen des Kunden angepasste Vorgehensweise einschlagen als auch den Aufwand entsprechend dimensionieren. (Insight Technology: ra)

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