Eco-Verband zum AI Act-Inkrafttreten Nationale Gesetzgebung muss Vision und Praxis vereinen Deutschland darf nicht den Anschluss an die wenig regulierten Großmächte China und USA verlieren, die mit flexiblen und marktorientierten Ansätzen ihre Führungsrolle bei KI-Investitionen ausbauen
Ab dem 2. Februar 2025 verbietet der AI Act Manipulation durch KI, Social Scoring und biometrische Fernidentifikation in Echtzeit – ein entscheidender Schritt für Ethik und Verbraucherschutz. Die EU setzt damit ein klares Zeichen für einen einheitlichen Rechtsrahmen, der auf Ethik, Diversität und Datensicherheit basiert. Doch der AI Act muss praxistauglicher werden, wenn die Innovationspotenziale von KI für den Wirtschaftsstandort Deutschland und Europa ausgeschöpft werden sollen, betont Alexander Rabe, Geschäftsführer des eco - Verbands der Internetwirtschaft e.V.
"Unklare Regelungen und uneinheitliche nationale Umsetzungen schaffen Rechtsunsicherheit und behindern Innovation, besonders für KMU, die oft nicht über die personellen oder finanziellen Ressourcen verfügen, um sich an komplexe und uneinheitliche Vorschriften anzupassen", sagt Rabe. Dies könne dazu führen, dass Unternehmen notwendige Investitionen in KI-Technologien aufschieben oder gänzlich aufgeben. "Diese Unsicherheiten müssen rasch behoben werden, damit Deutschland nicht den Anschluss an die wenig regulierten Großmächte China und USA verliert, die mit flexiblen und marktorientierten Ansätzen ihre Führungsrolle bei KI-Investitionen ausbauen. Ein zögerliches Handeln erhöht das Risiko, dass wertvolle Innovationspotenziale ins Ausland abwandern – und den Wirtschaftsstandort Europa langfristig schwächen", so Rabe weiter.
KI ist der Schlüssel, um Produktivitätsverluste auszugleichen und Wachstum zu fördern: Laut einer aktuellen Studie des IW könnte KI jährlich bis zu 330 Mrd. Euro zur deutschen Wertschöpfung beitragen. Ein klarer, EU-weit einheitlicher Rechtsrahmen ist deshalb essenziell, um den Wirtschaftsstandort Europa zu stärken und nicht gegenüber den USA ins Hintertreffen zu geraten. Dort fördern flexible, marktorientierte Regelungen Investitionen, während Europa durch Bürokratie droht, innovative Potenziale auszubremsen.
"Jetzt braucht es schnelle Standardisierung, klare Definitionen und eine enge Abstimmung zwischen AI Act und bestehenden Regulierungen, um Doppelarbeit und Unsicherheiten zu vermeiden. Nur so kann Europa seine Ambitionen als führender KI-Standort verwirklichen", sagt Alexander Rabe. (eco: ra)
eingetragen: 11.02.25
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