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Siemens: Hohe Erwartungen an Peter Löscher


Peter Löscher tritt am 1. Juli 2007 als erster Nicht-Siemensianer sein Amt als Siemens-Vorstandsvorsitzender an – Geräuschloser Abgang von Klaus Kleinfeld
Mehr als die Hälfte aller Compliance-Magazin.de Leser (53,9 Prozent) glaubt an eine große Zukunft von Peter Löscher - 14,5 Prozent vermuten, Löscher werde sich höchstens ein Jahr bei Siemens behaupten können


(29.06.07) – Noch nicht ganz da – und doch schon lange da: Peter Löscher, der als neuer Vorstandsvorsitzender der Siemens AG zum 1. Juli 2007 sein Amt antritt, hat bereits einige Wochen harte Arbeit hinter sich, in denen er sich mit den größten Problemen der Siemens AG befassen durfte. Auch eine Vorstandssitzung durfte der neue Siemens-Chef miterleben. Bei Siemens erwartet ihn demnächst alles andere als eine 40-Stunden Woche – eher das Doppelte, sagen die Insider.

Compliance-Magazin.de hatte seine Leser in einer Online-Umfrage gefragt, welche Zukunftschancen sie Peter Löscher einräumen. Rund 1600 Abstimmungsteilnehmer verzeichnete die Umfrage.

1. Frage:
Wird Peter Löscher den "Dschungel" Siemens in den Griff kriegen?
Drei Antworten waren vorgegeben
>> ja, Peter Löscher ist der richtige Mann, ihm steht eine große Zukunft bevor
>> ja, Peter Löscher wird bei Siemens aufräumen und wird dann das Unternehmen verlassen müssen
>> nein, Peter Löscher wird bei Siemens scheitern, ohne tiefere Spuren zu hinterlassen

Eine knappe Mehrheit glaubt an Löscher
Eine knappe Mehrheit glaubt an Löscher Bild: Compliance-Magazin.de


Das Ergebnis
Mehr als die Hälfte aller Leser (53,9 Prozent) glaubt an eine große Zukunft von Peter Löscher. 23,6 Prozent dagegen vermuten, dass er scheitern wird, ohne dass sich jemand groß an ihn in der Zukunft erinnert. 22,5 Prozent glauben, dass Peter Löscher nur als Mann für's Grobe geholt wurde und nach seiner "Aufräumarbeit" Siemens wieder verlassen muss. Es glauben also fast 50 Prozent der Abstimmungsteilnehmer, Löscher sei keine Langzeitlösung für Siemens.
Das deckte sich auch mit dem Ergebnis der zweiten Frage.

2. Frage:
Ist Peter Löscher bei Siemens vielleicht nur ein Übergangskandidat? – Was glauben Sie: Wie lange wird es Peter Löscher bei Siemens geben (gerechnet ab 01.07.07)?
Vier Zeitintervalle waren vorgegeben:
>> höchstens 1 Jahr
>> höchstens 2 Jahre
>> höchstens 3 Jahre
>> auf alle Fälle länger als 3 Jahre

Für 42 Prozent ist Löscher eine Langzeitlösung
Für 42 Prozent ist Löscher eine Langzeitlösung Bild: Compliance-Magazin.de


Das Ergebnis:
Genau 42,0 Prozent aller Abstimmungsteilnehmer gehen davon aus, dass Peter Löscher bei Siemens länger als drei Jahre das Amt des Vorstandsvorsitzenden innehaben wird. Fast ein Drittel allerdings (30,4 Prozent) sieht den Aufenthalt von Löscher bei Siemens eher als ein auf zwei Jahre befristetes Erlebnis an und 13 Prozent meinen, Löscher werde höchstens drei Jahre bei Siemens bleiben können.
Ganze 14,5 Prozent vermuten, Löscher werde sich höchstens ein Jahr bei Siemens behaupten können.

Peter Löscher hat bereits angedeutet, wie er das von Korruption und Kartellaffären heimgesuchte Unternehmen wieder auf Vordermann bringen will: Absolute Compliance sei von nun an das zentrale Thema. In diesem Punkt unterscheidet er sich allerdings wenig von seinem Vorgänger Klaus Kleinfeld. Auch dieser hatte noch zu Jahresbeginn die Compliance-Fähigkeit seines Unternehmens als zentrales Anliegen herausgestellt. Sein Ausstieg aus dem Siemens-Konzern erfolgt bemerkenswert geräuschlos – angesichts seiner Verdienste ein wenig zu leise. Kleinfeld hatte alle Siemens-Sparten wieder auf Vordermann gebracht und sogar die ehrgeizigen Renditevorgaben erfüllen können. In Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre ist nicht zu bringen.

Dennoch wurde er vom Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme und Aufsichtsrat Josef Ackermann fallengelassen wie eine heiße Kartoffel. "Der eine CEO geht am Freitag, der andere kommt am Montag - so unprätentiös wird das ablaufen", erklärte Siemens Sprecher Peik von Bestenbostel gegenüber ddp. Über seine eigene Zukunft hat Kleinfeld angeblich noch nicht entschieden. Angeblich steht er in Verhandlungen mit der "Heuschrecke" Blackstone und soll dort als Berater fungieren.

Peter Löscher selbst werden im Unternehmen Siemens große Vorschusslorbeeren entgegengebracht. Auch die Investmentbranche traut ihm eine Menge zu: Die Prognosen für die Entwicklung der Siemens-Aktie wurden in den letzten Tagen heraufgesetzt. Dieter Scheitor, der für die IG Metall einen Sitz im Aufsichtsrat der Siemens AG bekleidet, hat allerdings schon angedeutet, was er von Löscher in erster Linie erwartet: Nämlich die Aufklärung der diversen Schmiergeldaffären und Bestechungsskandale. Dass es in der Medienlandschaft in letzter Zeit in Sachen Schmiergeldaffäre, Korruptionsskandal und Kartellvergehen etwas ruhig um Siemens geworden ist, ist reiner Zufall: Solche Themen oszillieren, vom Tisch sind sie jedoch erst, wenn alles aufgeklärt ist – und das kann dauern.
(Siemens: ra)


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