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Frist zur Abgabe der Steuererklärungen


Steuerliche Hinweise zum neuen Jahr 2018 für Unternehmer und Arbeitnehmer
Die Anerkennung eines häuslichen Arbeitszimmers ist bei den Grundlagen durch die Rechtsprechung geändert worden

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Wer seine Einkommensteuererklärung für 2016 noch nicht geschafft hat, sollte sich jetzt beeilen. Bereits Ende Mai 2017 lief die gesetzliche Frist ab; wer steuerlich vertreten ist, konnte sich auf die Fristverlängerung für die steuerberatenden Berufe zurückziehen, die meist bis zum 31.12.2017 reicht. Für Arbeitnehmer, die nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet waren, konnte bis 31.12.2017 noch rückwirkend bis zum Steuerjahr 2013 eine Veranlagung beantragt werden; in 2018 rückwärts bis 2014. Die möglichen Erstattungsansprüche werden zum Teil lukrativ mit 6 Prozent vom Finanzamt verzinst. Da in den vergangenen Jahren die Erstattungen durchschnittlich bei 900 Euro lagen, lohnt es sich für viele Arbeitnehmer, eine Steuererklärung einzureichen, auch wenn keine Pflicht besteht.

Wahl der Steuerklassen
Mit der Wahl der Steuerklassen können Arbeitnehmer ihre Steuerlast oft schon vorher beeinflussen. Eheleute oder eingetragene Partnerschaften können gerade bei unterschiedlichen Einkünften für den Besserverdienenden die Steuerklasse III und den anderen Partner die Steuerklasse V wählen. Bei unterjährigen Veränderungen können sich aber auch Nachforderungen des Finanzamtes nach Jahresabschluss ergeben. Eine recht präzise Form der Steuerklassenwahl ist das Faktorverfahren, dabei wird nach den Verhältnissen der Bezüge zueinander ein Faktor errechnet, der dann für den Lohnsteuerabzug gilt.

Lohnersatzleistungen
Eine steuerliche Gestaltung "gegen den Strich" kann sich bei Bezug von Lohnersatzleistungen lohnen, weil Elterngeld oder andere Lohnersatzleistungen an die Nettobezüge anknüpfen. Bei höherem Netto fallen die Lohnersatzleistungen höher aus. Zwar muss der Weiterverdienende mit der ungünstigeren Steuerklasse höhere Steuerabzüge hinnehmen. Aber die höheren Lohnersatzleistungen bleiben, doch die höheren Steuerabzüge des anderen Partners fließen durch die Steuerveranlagung weitgehend wieder zurück.

Informationen über ausländische Konten
Achtung! Bei den Steuererklärungen für 2017 sollte nicht vergessen werden, dass ausländische Banken seit 2017 Informationen über ausländische Konten dem Bundeszentralamt für Steuern zur Weiterleitung an die Wohnsitzfinanzämter der Kapitalanleger übermittelt haben; auch Konto- bzw. Depotbestände werden bekannt gegeben. Damit hat sich das Bankgeheimnis quasi aufgelöst.

Beitragsrückerstattungen
Beitragsrückerstattungen der Krankenversicherungen mindern zum Zeitpunkt der Gutschrift den Abzug der sonst voll abziehbaren Krankenversicherungsbasisbeiträge. Bonuszahlungen gelten aber nicht als Beitragserstattungen und sind deshalb nicht vom Beitrag abzuziehen.

Häusliches Arbeitszimmer
Die Anerkennung eines häuslichen Arbeitszimmers ist bei den Grundlagen durch die Rechtsprechung geändert worden. Prinzipiell sind Aufwendungen eines Arbeitszimmers als Betriebsausgaben oder Werbungskosten anzuerkennen, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen oder beruflichen Tätigkeit darstellt. In diesem Fall sind die Kosten in voller Höhe abziehbar.

Wenn das Arbeitszimmer nicht den Mittelpunkt der Tätigkeit bildet, aber kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht (z.B. Lehrer) sind die Aufwendungen bis zu 1.250 Euro im Jahr absetzbar. Hierzu ist das BMF-Schreiben vom 6.10.2017, in das die neue Rechtsprechung eingeflossen ist, heranzuziehen, das auf Zweifelsfragen eine Antwort gibt; dieses ist auf alle noch offenen Fälle anzuwenden.

Angehörigendarlehen
Bei unverzinslichen Angehörigendarlehen im Unternehmensbereich, die im Fremdvergleich anzuerkennen sind, ist das Darlehen abzuzinsen. (BFH-Urteil vom 13.7.2007 – VI R 62/15).

Frist zur Abgabe der Steuererklärungen
Die allgemeine Frist zur Abgabe der Steuererklärungen wird um zwei Monate verlängert; das gilt aber erst für Besteuerungszeiträume nach dem 31.12.2017, also für Steuererklärungen für das Jahr 2018. Dann gilt der 31.7. des Folgejahres als gesetzlicher Abgabetermin. Bei Vertretung durch steuerliche Berater verlängert sich die Frist auf den 28.02 des Zweitfolgejahres.

Wichtig: Im Gegensatz zur bisherigen Ermessensentscheidung des Finanzamtes wird für Besteuerungszeiträume nach Ablauf des Jahres 2017 (Veranlagungsjahre ab 2018) ein Verspätungs-zuschlag automatisch festgesetzt, wenn eine Steuererklärung nicht binnen 14 Monaten nach Ablauf des Kalenderjahrs oder des Besteuerungszeitpunkts einge-reicht wurde. Für jeden angefangenen Monat werden 0,25Prozent der um Vorauszah-lungen und anzurechnende Steuerabzugsbeträge bereinigten Steuer berechnet, mindestens jeweils 25 Euro.

Kassen-Nachschau
Ab dem 01.01.2018 wird eine sog. Kassen-Nachschau eingeführt. Eine solche erfolgt ohne Ankündigung! Bei Feststellung von Mängeln kann ohne eine Prüfungsanordnung unmittelbar zu einer Außenprüfung übergegangen werden. Insbesondere sollten bargeldintensive Betriebe damit rechnen, dass sich vorab unauffällig ein Finanzamtsmitarbeiter im Geschäftsraum einen Überblick verschafft. Gründe für eine Kassen-Nachschau ergeben sich beispielsweise aus Branchenerfahrungen, durch Kontrollmitteilungen oder auch Testkäufen, die zu auffälligen Schlüssen führen können. Neben Kassensystemen oder Waagen mit Registrierkassenfunktion können auch offene Ladenkassen einbezogen werden.

Geringwertige Wirtschaftsgüter
Die Sofortabschreibung sog. GWG (geringwertige Wirtschaftsgüter) wird für Anschaffungen ab 2018 von 410 Euro auf 800 Euro erhöht. Zugleich erfolgt auch eine Anpassung der Wertgrenze für die Bildung eines Sammelpostens von 150 Euro auf 250 Euro. Die steuerlichen Aufzeichnungspflichten wurden in diesem Zusammenhang auch auf 250 Euro erhöht.

Erträge aus Investmentfonds
Die Besteuerung der Erträge aus Investmentfonds ist ab 2018 neu geregelt. Die Investmentfonds führen (ausgenommen Rentenfonds) 15 Prozent Körperschaftsteuer ab. Ausschüttungen und Gewinne aus dem Verkauf von Fondsanteilen unterliegen beim Anleger der Abgeltungsteuer. Je nach Art des Fonds mindert sich die Bemessung der Abgeltungsteuer um 30 Prozent bei Aktienfonds, um 15 Prozent bei Mischfonds und bei Immobilienfonds um 60 Prozent bzw. bei überwiegend ausländischen Immobilien sogar um 80Prozent.

Ehegatten und eingetragene Lebenspartner
Ab 2018 werden Ehegatten und eingetragene Lebenspartner bei Erfüllung der Voraussetzungen zur Zusammenveranlagung automatisch in die Steuerklasse IV eingeordnet. Auf gemeinsamen Antrag können diese die Steuerklassen III / V erhalten. Für einen Wechsel in die Steuerklasse IV genügt der Antrag eines Ehegatten.

Steuerliche Entlastungen ab 2018
• >> Erhöhung des Grundfreibetrags auf 9.000 EUR
• >> Anhebung des Kinderfreibetrags auf 4.788 EUR
• >> Erhöhung des monatlichen Kindergeldes
-- für das 1.und 2. Kind 194 EUR,
ää für das 3. Kind auf 200 EUR,
-- für das 4. und jedes weitere Kind auf 225 EUR.
• >> Erhöhung des Unterhaltshöchstbetrags entsprechend
der Anhebung des Grundfreibetrags
• >> Ausgleich der "kalten Progression" durch Verschiebung der übrigen Tarifeckwerte: 2018 um die geschätzte Inflationsrate des Jahres 2017 (1,65 Prozent).
(Steuerberaterverband Schleswig-Holstein: ra)

eingetragen: 10.01.18
Home & Newsletterlauf: 05.02.18

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Meldungen: Markt / Hinweise & Tipps

  • Buchhalter und Berufsausübung

    Vorbehaltsaufgaben der steuerberatenden Berufe hindern selbstständige Buchhalter an ihrer Berufsausübung. Darunter fällt auch das Verbot des Anfertigens der Umsatzsteuervoranmeldung (UStVA). Dass das dem Grundrecht auf Berufsfreiheit widerspricht, geht aus einem vom Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller (BVBC) bereits 2015 in Auftrag gegebenen Gutachten hervor, das der Verband nun dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) zukommen ließ. Zur geschäftsmäßigen Hilfeleistung in Steuersachen sind gemäß Steuerberatungsgesetz (StBerG) ausschließlich steuerberatende Berufe wie Steuerberater und Rechtsanwälte befugt (§ 3 StBerG). Ausnahmen gelten bei mechanischen Arbeitsgängen (§ 6 Nr. 3 StBerG) sowie für selbstständige Buchhalter, denen nach Beschlüssen des BVerfG aus den 1980er Jahren (1 BvR 697/77, 1 BvR 807/80) das Buchen laufender Geschäftsvorfälle, die laufende Lohnabrechnung und das Fertigen von Lohnsteueranmeldungen (§ 6 N4. 4 StBerG) gestattet sind.

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    Pünktlich zum Jahresbeginn stehen viele Unternehmer wieder vor der Frage: Welche Unterlagen können eigentlich dem Reißwolf übergeben und welche Dateien unwiderruflich gelöscht werden? Grundsätzlich gilt, dass Geschäfts- oder Buchhaltungsunterlagen, egal ob elektronisch oder auf Papier, über einen bestimmten Zeitraum aufbewahrt werden müssen. Die Aufbewahrungsfristen für Buchhaltungsunterlagen sind gesetzlich festgeschrieben und liegen zwischen sechs und zehn Jahren. Im Einzelnen bedeutet dies, dass Buchungsbelege, Jahresabschlüsse, Eröffnungsbilanzen, Handels- und Geschäftsbücher, Aufzeichnungen, Arbeitsanweisungen und Organisationsunterlagen zehn Jahre und Handels- und Geschäftsbriefe sowie sonstige Unterlagen sechs Jahre archiviert werden müssen. Unterlagen wie Kalender oder Arbeits- und Fahrberichte dagegen sind nicht aufbewahrungspflichtig. Solche Papiere können nach eigenem Ermessen und bei Bedarf vernichtet werden.

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    Die Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008 wurde durch Hypothekenkredite an Kunden mit schlechter Bonität ausgelöst. Zehn Jahre später tritt nun mit dem IFRS 9 ein neuer Standard in Kraft, der ersonnen wurde, um künftig ähnliche Katastrophen zu verhindern. Ab 1. Januar 2018 müssen Banken ihre Finanzinstrumente nach diesem neuen Standard klassifizieren und bewerten. In Kombination mit anderen gesetzlichen Anpassungen steigen die Offenlegungspflichten in qualitativer und quantitativer Hinsicht. "Das ist ein Cocktail an verschärfter Regulatorik, der die Kreditinstitute vor große Herausforderungen stellt", so Stefan Steinhoff, Partner der TME AG, einer Frankfurter Unternehmensberatung für Financial Services.

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    Seit dem 15. September 2015 warten Millionen Volkswagen-Kunden auf eine freiwillige Entschädigung für Manipulationen an der Abgasreinigung ihrer Fahrzeuge durch den VW-Konzern. Geschädigte müssen ihre Ansprüche individuell vor Gericht einklagen - und dabei die Verjährungsfristen beachten. Einige Ansprüche verjähren Ende 2017. Da voraussichtlich weder 2017 noch 2018 die wichtigsten Ansprüche gegen VW höchstgerichtlich geklärt sein werden, fordert der vzbv eine Garantie von Volkswagen für alle Langzeitfolgen nach Umrüstungen sowie eine finanzielle Entschädigung als Geste der Entschuldigung bei den betroffenen Kunden.